Glossarbegriff
Beneish M-Score
Messod Beneishs Prüfmodell von 1999 zur Erkennung von Bilanzmanipulation: acht Indizes für Abschlussverzerrungen werden zu einem Score zusammengefasst. Über −1.78 signalisiert Manipulationsrisiko; unter −2.22 gilt als unwahrscheinliche Zone.
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Definition & Formel
Der M-Score kombiniert acht Jahresvergleichsindizes — Forderungen im Verhältnis zum Umsatz (DSRI), Rückgang der Bruttomarge (GMI), Vermögensqualität (AQI), Umsatzwachstum (SGI), Verlangsamung der Abschreibungen (DEPI), Entwicklung der Vertriebs- und Verwaltungskosten (SGAI), Gesamtabgrenzungen (TATA) und Veränderung des Verschuldungsgrads (LVGI) — jeweils gewichtet nach Beneishs Modellanpassung von 1999 auf Basis von Unternehmen, die später bei Bilanzmanipulation ertappt wurden. Werte über −1.78 fallen in den historischen Manipulationsbereich; unter −2.22 gilt als deutlich unwahrscheinlich. Die bekannte Validierung: Die rückwirkende Anwendung des Modells hätte Enron bereits vor dem Zusammenbruch als auffällig markiert.
Falsch-Positive bei Hyperwachstum
Der Umsatzwachstumsindex behandelt schnelles Wachstum selbst als Risikofaktor — Manipulatoren wachsen überproportional schnell, aber das gilt auch für echte Boom-Unternehmen. Ein Unternehmen, das seinen Umsatz verdoppelt, kann allein durch den SGI die Schwelle von −1.78 überschreiten, obwohl die Bücher sauber sind. Der Score ist daher ein Anlass zur genaueren Abschlusslektüre, kein Urteil: Man sollte prüfen, ob Forderungen, Margen und Abgrenzungen das Signal bestätigen, bevor man Schlüsse zieht.
Wie Closelook ihn verwendet
Der M-Score erscheint auf den Aktienseiten in der Ebene der etablierten Scores, mit beiden kanonischen Schwellenwerten. Er fließt bewusst nicht in den Closelook Company Score-Composite in v1 ein — ein Manipulationsindikator ist ein Prüfhinweis, keine Größe, die man einfach herausmittelt.