Glossarbegriff
Soft Landing / Hard Landing
Die beiden makroökonomischen Ergebnisse eines Straffungszyklus: Eindämmung der Inflation ohne Rezession (Soft Landing) gegenüber dem Auslösen einer Rezession (Hard Landing).
Automatisch aus dem englischen Original übersetzt. Zum englischen Original →
Soft Landing und Hard Landing beschreiben die beiden Hauptergebnisse eines geldpolitischen Straffungszyklus. Bei einem Soft Landing kehrt die Inflation zurück in Richtung Zielwert, ohne die Wirtschaft in eine Rezession zu stürzen; bei einem Hard Landing wird die Inflation nur durch eine erzwungene Kontraktion gebändigt. Ein dritter Pfad, manchmal No Landing genannt, beschreibt ein Szenario, in dem das Wachstum robust bleibt, während die Inflation sich weigert zu fallen, sodass die Geldpolitik länger straff bleibt.
Wichtig ist dies, weil die vom Markt eingepreiste Ausgangslage während und nach einem Zinserhöhungszyklus ein entscheidender Treiber der Risikostimmung ist. Der erwartete Pfad der Zinssenkungen, der Gewinnausblick und die Kreditbedingungen hängen alle davon ab, sodass dieselbe Datenveröffentlichung je nach befürchtetem Landing-Szenario beruhigend oder alarmierend wirken kann.
Closelooknet behandelt die Landing-Debatte als Regime-Input für das Money Temperature-Framework und beobachtet den Arbeitsmarkt, die Zinsstrukturkurve und Kreditspreads, um zu erkennen, in welche Richtung die Evidenz tendiert.
In der Praxis hat sich historisch gezeigt, dass eine Zinsstrukturkurve, die sich aus einer tiefen Inversion wieder versteilt, zusammen mit steigender Arbeitslosigkeit eher auf ein Hard Landing hindeutet, während widerstandsfähige Beschäftigung gepaart mit abkühlender Inflation die Mischung ist, die Märkte als Soft Landing lesen.