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Money Temperature: Regime-Intensität messen, nicht Richtung vorhersagen

Money Temperature vergibt an jedes der acht Instrumente, die bestimmen, wie Kapital durch die globalen Märkte fließt, einen Score von 0 bis 100. Der Score ist keine Prognose — er misst <em>Intensität</em>. Ein Wert von 80 bei Gold bedeutet, dass Gold über fünf Dimensionen (Position, Momentum, Volumen, Volatilität, Fragilität) heiß läuft. Der praktische Nutzen entsteht durch das Querlesen: Wenn SPY 72 und TLT 25 anzeigt, hat diese Konfiguration einen Namen, eine Historie und konkrete Implikationen.

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Die acht Instrumente

Der Korb ist bewusst klein und gezielt zusammengestellt. Vier Paare, jedes repräsentiert eine strukturelle Achse der Kapitalallokation: SPY/QQQ (Risikoappetit, wobei QQQ die KI-Spekulationsprämie isoliert), TLT/UUP (Duration und Dollar — das Zinsregime), GLD/BTC-USD (De-Dollarisierungskanäle — physisch vs. digital) und VEU/EEM (globale Rotation — entwickelte vs. Schwellenmärkte). Acht Instrumente, vier Achsen, ein kohärentes Bild.

Wir berücksichtigen keine Sektor-ETFs oder Einzelaktien. Das Temperature-Modell liegt der Aktienauswahl vorgeschaltet — es zeigt, in welcher Art von Markt man sich befindet, bevor man entscheidet, was man kauft.

Bewertung über fünf Dimensionen

Jedes Instrument wird über fünf Dimensionen bewertet, die zusammen erfassen, ob eine Bewegung strukturell unterstützt ist oder nur noch auf Reserven läuft:

Position (30 Punkte) misst, wo der Preis innerhalb des Stapels der gleitenden Durchschnitte liegt — über allen drei (20d, 50d, 200d) ist strukturell heiß; unter allen drei ist kalt. Der Z-Score gegenüber dem 200-Tage-SMA fügt eine Mean-Reversion-Komponente hinzu.

Momentum (25 Punkte) erfasst Geschwindigkeit (5-Tage-Änderungsrate), Beschleunigung (5d ROC vs. 20d ROC) und RSI-Divergenz. Eine schnelle Bewegung, die sich beschleunigt und durch RSI bestätigt wird, wird anders bewertet als eine, die sich verlangsamt und eine bärische Divergenz zeigt.

Volumen (20 Punkte) beantwortet, ob die Bewegung von Beteiligung getragen wird. OBV-Trend, Volumen-zu-Durchschnitt-Verhältnis und Net Conviction tragen dazu bei. Eine Preisbewegung bei rückläufigem Volumen ist verdächtig.

Volatilität (15 Punkte) misst die Range-Expansion — ATR-Veränderung, Bollinger-Breite, jüngste Tagesranges im Verhältnis zum 20-Tage-Durchschnitt. Eine sich in Trendrichtung ausweitende Volatilität erhöht die Überzeugungskraft.

Fragilität (10 Punkte) ist das umgekehrte Signal: Volumenaustrocknung, Bollinger-Squeeze und Gap-Wahrscheinlichkeit. Niedrige Fragilität bedeutet, dass das Instrument gut unterstützt ist. Hohe Fragilität bedeutet, dass der aktuelle Zustand instabil ist — eine gespannte Feder.

Regime-Klassifikation

Die einzelnen Temperature-Scores sind interessant. Nützlich wird es beim Regime-Label. Durch den Vergleich der Temperaturdifferenzen über die vier Paare klassifiziert das Modell den aktuellen Markt in eines von acht Regimen — von Risk-On Expansion (Aktien heiß, Häfen kalt, Dollar schwach) bis Systemic Deleveraging (alles kalt außer dem Dollar).

Jedes Regime hat historische Vorläufer und trägt praktische Implikationen für Portfoliokonstruktion, Sektorrotation und Risikodimensionierung.

Was es für Investoren beantwortet

Befinden wir uns in einem Risk-on- oder Risk-off-Umfeld? Die Korbtemperatur und das Regime-Label beantworten dies direkt.

Ist die Bewegung bestätigt oder fragil? Hohe Temperatur bei niedriger Fragilität bedeutet, dass die Bewegung Substanz hat. Hohe Temperatur bei hoher Fragilität bedeutet, dass sie überdehnt und anfällig ist.

Wo findet die Rotation statt? Wenn GLD heiß und SPY kalt ist, fließt Kapital in sichere Häfen. Wenn VEU sich erhitzt, während SPY abkühlt, findet eine Rotation außerhalb der USA statt. Das Querlesen ist das Signal.

Wie stark korreliert alles? Die Absorption Ratio misst, ob sich Instrumente unabhängig voneinander bewegen (gesund) oder im Gleichschritt (fragil). Über 70% dominiert ein Faktor — und Ein-Faktor-Märkte brechen heftig ein, wenn sich dieser Faktor umkehrt.