Glossarbegriff
Sharpe Ratio
Risikoadjustierte Rendite: die Überrendite gegenüber dem risikofreien Zins, geteilt durch die Standardabweichung. Eine Sharpe Ratio über 1.0 gilt als gut, über 2.0 als exzellent. Closelook weist Sharpe Ratios für die zehn Referenzportfolios aus, um den Vergleich mit Benchmarks zu ermöglichen.
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Definition & Kontext
Die Sharpe Ratio misst die risikoadjustierte Rendite, indem sie die Überrendite pro Einheit Volatilität berechnet. Die Formel lautet: (Portfoliorendite − Risikofreier Zins) / Standardabweichung des Portfolios. Eine Sharpe Ratio von 1.0 bedeutet eine Einheit Überrendite pro eingegangener Risikoeinheit. Über 1.0 gilt allgemein als gut; über 2.0 als exzellent; eine dauerhafte Sharpe Ratio über 3.0 ist außerhalb von Hochfrequenzstrategien extrem selten.
Die Kennzahl hat wichtige Einschränkungen: Sie setzt normalverteilte Renditen voraus (was nicht der Fall ist — Fat Tails sind häufig), sie bestraft Aufwärtsvolatilität ebenso wie Abwärtsvolatilität, und sie verwendet die Standardabweichung als alleiniges Risikomaß (ohne Berücksichtigung von Tiefe und Dauer eines Drawdowns). Trotz dieser Einschränkungen bleibt die Sharpe Ratio die am weitesten verbreitete risikoadjustierte Performance-Kennzahl, da sie einen direkten Vergleich über Strategien, Anlageklassen und Zeiträume hinweg ermöglicht. Im Portfolio-Framework von Closelook wird die Sharpe Ratio zusammen mit dem Maximum Drawdown und der Sortino Ratio (die nur Abwärtsabweichungen bestraft) ausgewiesen, um ein vollständigeres Risikobild zu liefern.
Warum das für Anleger wichtig ist
Rohe Renditen sind ohne Kontext bedeutungslos. Eine Rendite von 20% bei 40% Volatilität (Sharpe Ratio 0.5) ist einer Rendite von 12% bei 8% Volatilität (Sharpe Ratio 1.5) unterlegen. Die Sharpe Ratio erzwingt diesen Vergleich, indem sie misst, wie viel Rendite pro eingegangener Risikoeinheit erzielt wird. Institutionelle Investoren streben typischerweise Sharpe Ratios über 1.0 an, und die besten Hedgefonds halten über mehrjährige Zeiträume Werte über 2.0.
Die Drei-Engine-Architektur von Closelook ist darauf ausgelegt, die Sharpe Ratio auf Portfolioebene durch Diversifikation über unkorrelierte Renditequellen zu maximieren. Die Volatility-Harvesting-Engine (Optionsprämien) weist naturgemäß eine geringe Korrelation zur Structural-Narrative-Engine (langfristige Aktienpositionen) auf. Ihre Kombination erzeugt eine kombinierte Sharpe Ratio, die höher ist als bei jeder Engine allein — der mathematische Vorteil echter Diversifikation und nicht bloß das Halten von mehr Aktien.
Verwandte Konzepte
Die Sharpe Ratio wird für jedes Referenzportfolio ausgewiesen, steht in Verbindung mit dem Maximum Drawdown als ergänzendem Risikomaß, und profitiert von der Positionsgrößenbestimmung nach dem Kelly-Kriterium.