Glossarbegriff
Kelly-Kriterium Kelly Criterion
Eine mathematische Formel zur optimalen Positionsgrößenbestimmung. Sie berechnet den Anteil des Kapitals, der auf einen Trade gesetzt werden sollte, basierend auf der Gewinnwahrscheinlichkeit und dem Auszahlungsverhältnis. Closelook nutzt einen fraktionalen Kelly-Ansatz (typischerweise Half-Kelly), um die Positionsgrößen über die zehn Referenzportfolios hinweg zu bestimmen.
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Definition & Kontext
Das Kelly-Kriterium ist eine mathematische Formel, die die optimale Einsatzgröße bestimmt, um das langfristige geometrische Wachstum des Kapitals zu maximieren. Die Formel lautet: f* = (bp − q) / b, wobei f* der einzusetzende Kapitalanteil ist, b die erhaltene Netto-Quote, p die Gewinnwahrscheinlichkeit und q die Verlustwahrscheinlichkeit (1 − p). Bei Wetten mit gleichen Quoten vereinfacht sich dies zu f* = 2p − 1.
Volles Kelly-Sizing ist mathematisch optimal, aber praktisch aggressiv — es erzeugt große Drawdowns, die die meisten Anleger psychologisch nicht ertragen können. Praktiker nutzen typischerweise fraktionales Kelly: Quarter-Kelly (25% der berechneten Größe) oder Half-Kelly (50%), um die Volatilität zu reduzieren und dabei den Großteil des Wachstumsvorteils zu erhalten. Das Kelly-Kriterium erfordert genaue Wahrscheinlichkeitsschätzungen, um zu funktionieren — eine Überschätzung des Edge führt zu Überbetting und Ruin. Im Prediction-Market-Framework von Closelook wird das Kelly-Sizing nach der Wahrscheinlichkeitskalibrierung angewendet, wobei Pinnacle-Schlusslinien als Referenz für die Schätzung der wahren Wahrscheinlichkeit dienen.
Warum es für Anleger wichtig ist
Die Positionsgröße bestimmt mehr über die langfristige Rendite als die Aktienauswahl. Das Kelly-Kriterium liefert die mathematisch optimale Einsatzgröße: f* = (bp - q) / b, wobei b die Quote, p die Gewinnwahrscheinlichkeit und q die Verlustwahrscheinlichkeit ist. Volles Kelly maximiert die langfristige Wachstumsrate, erzeugt aber extreme Volatilität — die meisten Praktiker nutzen fraktionales Kelly (Quarter oder Half) für ein praktikables Portfoliomanagement.
Closelook wendet Kelly-basiertes Sizing über alle Referenzportfolios hinweg an. Im Derivatives-Portfolio wird jede Optionsposition basierend auf dem geschätzten Edge und der Gewinnwahrscheinlichkeit dimensioniert. Bei Structural-Narrative-Positionen bestimmt fraktionales Kelly das Allokationsgewicht basierend auf Überzeugungsgrad und Abwärtsrisiko. Das Framework verhindert sowohl Überkonzentration (Ruinrisiko) als auch Überdiversifikation (Verwässerung des Edge).
Verwandte Konzepte
Das Kelly-Kriterium steht in Verbindung mit Alpha (man braucht einen Edge, bevor man die Größe bestimmt), Sharpe Ratio (risikoadjustierte Renditen verbessern sich durch korrektes Sizing) und Maximum Drawdown (fraktionales Kelly begrenzt katastrophale Verluste).