Glossarbegriff

Earnings Yield

Eine Bewertungskennzahl, die Gewinn im Verhältnis zum Preis ausdrückt. Joel Greenblatts Variante — EBIT geteilt durch Enterprise Value — neutralisiert Unterschiede in der Verschuldung, die das einfache Gewinnrendite-Maß (E/P) nicht ausgleichen kann.

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EV-basierte Rendite vs. E/P

Die Earnings Yield kehrt ein Bewertungsmultiple in Gewinn-pro-Dollar-Preis-Terminologie um: Die klassische Version ist E/P, der Kehrwert des KGV. Greenblatts Variante, verwendet in der Magic Formula, teilt stattdessen EBIT — operativer Gewinn vor Zinsen und Steuern — durch den Enterprise Value, der Schulden zur Marktkapitalisierung addiert und Cash subtrahiert. Der Unterschied ist relevant, weil zwei Unternehmen mit identischer operativer Profitabilität sehr unterschiedliche KGVs aufweisen können, rein abhängig davon, wie viel Fremdkapital in der Bilanz steckt: Das Eigenkapital eines hoch verschuldeten Unternehmens erscheint bei E/P günstiger aus Gründen, die nichts mit dem zugrunde liegenden Geschäft zu tun haben. Die Division durch den Enterprise Value stellt hingegen jedes Unternehmen unabhängig von der Finanzierung auf eine gemeinsame Basis, weshalb die EV-basierte Version das Standardinstrument für Vergleichbarkeit im Querschnittsranking ist.

Rolle in zusammengesetzten Scores

Die Rolle der Earnings Yield in einem zusammengesetzten Score ist eng umrissen: Sie bildet die Günstigkeits-Komponente, gepaart mit einem separaten Qualitätsmaß statt damit vermischt. Günstig allein sagt nichts darüber aus, ob ein Geschäft gut ist — eine hohe Earnings Yield kann ein echtes Schnäppchen widerspiegeln oder ein Geschäft, das der Markt zu Recht auf einen Niedergang eingepreist hat, und die Kennzahl allein kann die beiden nicht unterscheiden. Deshalb weist Greenblatts Formel, und jeder ernsthafte Nachfolger davon, stets die Earnings Yield zusammen mit einem Kapitaleffizienz-Maß wie ROIC aus, statt allein nach Rendite zu ranken. Ein Universum, das allein nach Earnings Yield gerankt wird, neigt dazu, genau jene Namen hervorzubringen, die ein Qualitäts-Screen separat als sich verschlechternd markieren würde — genau diese Falle soll das gepaarte Ranking vermeiden.

Wie Closelook es verwendet

Auf den Aktienseiten befindet sich die Earnings Yield in der Ebene der etablierten Kennzahlen neben FCF Yield und EBITDA-Multiple — ausgewiesen mit ihrem Universe-Perzentil, nicht in ein einziges Closelook-Urteil zusammengefasst. Die Darstellung der Kennzahl für sich allein, statt als ein bereits in eine Gesamtnote eingeflossener Faktor, erlaubt es dem Leser, Greenblatts Paarungslogik direkt anzuwenden: das Earnings-Yield-Perzentil gegen ROIC prüfen, bevor man schlussfolgert, dass ein Titel in irgendeinem sinnvollen Sinn günstig ist. Dieselbe Ebene liefert genug Kontext — EV-Komponenten, EBIT und den Peer-Perzentil-Rang —, dass der von Greenblatts Buch geforderte Vergleich direkt auf der Seite durchgeführt werden kann, ohne etwas in einen separaten Screener zu exportieren. Ein hohes Earnings-Yield-Perzentil gepaart mit einem schwachen ROIC-Perzentil ist genau das Muster, vor dessen Kauf allein aufgrund von Günstigkeit das Buch warnt.