Glossarbegriff

Dow-Theorie Dow Theory

Die Dow-Theorie ist das klassische, aus den Leitartikeln von Charles Dow entwickelte Rahmenwerk, das Märkte anhand dreier gleichzeitig verlaufender Trends liest — primär, sekundär und untergeordnet — die als bestätigt gelten, wenn verwandte Indizes sich gemeinsam bewegen und dies durch Volumen untermauert wird; ein primärer Trend gilt als intakt, bis eine eindeutige Umkehr das Gegenteil beweist.

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Die drei Trends

Die Dow-Theorie zerlegt die Kursbewegung in drei gleichzeitig ablaufende Ebenen. Der primäre Trend ist die mehrjährige Richtung des Gesamtmarkts — die Gezeiten. Der sekundäre Trend ist eine mehrwöchige bis mehrmonatige Korrektur gegen den primären Trend — die Wellen innerhalb der Gezeiten. Der untergeordnete Trend ist das tägliche Rauschen darunter — die Kräuselungen. Die Disziplin des Rahmenwerks besteht darin, eine sekundäre Reaktion, so scharf sie auch ausfallen mag, nicht mit einer Änderung des primären Trends zu verwechseln, und tägliches untergeordnetes Rauschen überhaupt nicht als Trendinformation zu lesen.

Bestätigung und Volumen

Der charakteristische Test der Theorie ist die Bestätigung zwischen verwandten Marktindizes — ursprünglich dem Dow Jones Industrial und dem Transportation Average: Ein echter primärer Trend sollte sich in beiden zeigen, nicht nur in einem. Erreicht ein Index ein neues Hoch oder Tief, das der andere nicht bestätigt, wertet die Theorie dies als Warnsignal, dass der Trend enger ist, als er erscheint. Das Volumen ist die zweite Prüfung — es sollte sich in Richtung des primären Trends ausdehnen und bei Gegenbewegungen zurückgehen; läuft das Volumen in die andere Richtung, wird dies so gedeutet, dass der Trend an Überzeugung verliert, noch bevor sich der Kurs selbst umkehrt.

Vermächtnis — Vorläufer der modernen Trendanalyse

Die Dow-Theorie geht der Mathematik moderner Trendfolge-Systeme um etwa ein Jahrhundert voraus, doch ihre Struktur ist in fast allen von ihnen wiederzuerkennen: eine primäre Richtung, die fortbesteht, bis das Gegenteil bewiesen ist, Korrekturen, die den Trend nicht schon für sich genommen ungültig machen, und eine Bestätigung über mehr als eine Datenreihe hinweg, bevor einem Signal vertraut wird. Die Elliott-Wellen-Theorie baute unmittelbar auf Dows Sprache von Gezeiten und Wellen auf, jedoch mit einer präskriptiveren Musterzählung, und moderne Marktbreite-Kennzahlen — der Anteil der Aktien, die an einer Bewegung teilnehmen — sind ein statistischer Nachfahre derselben Bestätigungslogik, die Dow vor einem Jahrhundert auf zwei Indizes anwandte.