Glossarbegriff
RSI (Relative Strength Index)
Wilders Momentum-Oszillator aus dem Jahr 1978. Er vergleicht die Größe jüngster Kursgewinne mit jüngsten Kursverlusten und gibt einen Wert von 0 bis 100 aus. Über 70 gilt als überkauft, unter 30 als überverkauft; Divergenzen zwischen Kurs und RSI gehen häufig Trendwenden voraus. Die Pattern Engine erfasst RSI-Divergenzen als eines von 51 Mustern in der Directional Alpha-Bibliothek.
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Definition & Kontext
Der RSI misst die Geschwindigkeit von Kursbewegungen. Über ein Rückblickfenster (14 Balken ist der Standard) berechnet er den Durchschnitt der Aufwärtsschlusskurse und den Durchschnitt der Abwärtsschlusskurse und drückt das Verhältnis dann als Oszillator von 0 bis 100 aus. Über 70 = überkauft; unter 30 = überverkauft; 50 ist die Trennlinie zwischen Aufwärts- und Abwärtsmomentum. J. Welles Wilder Jr. führte die Kennzahl 1978 zusammen mit ATR und ADX ein; der RSI ist bis heute der meistgenutzte Momentum-Oszillator an der Wall Street.
Die Extremwerte sind weniger aussagekräftig als die Divergenzen. Eine Aktie, die ein höheres Hoch bei niedrigerem RSI ausbildet (bärische Divergenz), war seit fünfzig Jahren bei nahezu jedem größeren Hoch in liquiden Instrumenten ein zuverlässiges Warnsignal — und umgekehrt gilt dies bei Tiefs. Eine RSI-Divergenz über mehrere Zeitebenen (Tages- und Wochenchart stimmen überein) zählt zu den saubersten Setups der technischen Analyse. RSI-Extremwerte allein sind verrauscht; RSI-Divergenzen mit Volumenbestätigung sind Signal.
Warum das für Anleger wichtig ist
Die Aktien-Detailseite von Closelook zeigt den RSI (14) als zusätzliches Panel neben OHLC und gleitenden Durchschnitten an. Die Pattern Engine erfasst drei RSI-basierte Muster aus der Directional Alpha-Bibliothek: klassische bullische/bärische Divergenz, versteckte Divergenz (Trendfortsetzung) und Failure Swing (der RSI bildet ein niedrigeres Hoch, bleibt dabei in einem Aufwärtstrend aber über 50). Da der RSI einfach und öffentlich zugänglich ist, ist sein Alpha allein bescheiden — seine Stärke entfaltet er als Filter in Kombination mit anderen Signalen.
Verwandte Konzepte
Der RSI liest aus demselben OHLC-Datenstrom wie jeder andere kursbasierte Indikator; seine Divergenzen sind ein klassischer Begleiter der Elliott-Wellen-Analyse und er interagiert mit Ausbrüchen aus dem Linear Regression Channel.