Glossarbegriff

Gleitender Durchschnitt Moving Average

Ein gleitender Durchschnitt glättet den Kurs zu einer einzigen Trendlinie. Der Simple Moving Average (SMA) gewichtet jeden Balken im Fenster gleich; der Exponential Moving Average (EMA) gewichtet jüngere Balken stärker und reagiert schneller. Die 20/50/200-Tage-Fenster sind die Standardablesungen für kurz-/mittel-/langfristig; jeder gleitende Durchschnitt hinkt dem Kurs konstruktionsbedingt hinterher.

Automatisch aus dem englischen Original übersetzt. Zum englischen Original →

SMA vs. EMA vs. gewichtete Varianten

Der Simple Moving Average (SMA) ist das arithmetische Mittel des Schlusskurses über N Balken — jeder Balken im Fenster zählt gleich, sodass ein einzelner großer Ausreißer die Linie sichtbar verbiegen kann, wenn er am hinteren Ende des Fensters herausfällt. Der Exponential Moving Average (EMA) wendet stattdessen eine Glättungskonstante an, die jüngere Schlusskurse stärker gewichtet und ältere zunehmend schwächer, sodass er den Kurs enger verfolgt und schneller auf neue Informationen reagiert. Der Weighted Moving Average (WMA) und der Double Exponential Moving Average (DEMA) liegen weiter auf demselben Spektrum — DEMA insbesondere ist gezielt konstruiert, um die Verzögerung eines Standard-EMA zu verringern, allerdings auf Kosten von mehr Rauschen. Closelooks Terminals verwenden standardmäßig die SMA-Familie für die 20/50/200-Fenster und bieten EMA als Umschaltoption an.

Wofür die gängigen Fenster stehen

Der 20-Tage-Durchschnitt entspricht in etwa einem Handelsmonat und wird als kurzfristiger Trend gelesen; der 50-Tage-Durchschnitt entspricht in etwa einem Quartal und ist die Standardlinie für den mittelfristigen Trend, die in den Signalen Golden Cross und Death Cross referenziert wird; der 200-Tage-Durchschnitt entspricht in etwa einem Handelsjahr und ist der meistbeachtete langfristige Trendindikator für jedes liquide Instrument. Keines der drei Fenster leitet sich aus einem theoretischen Optimum ab — sie bestehen fort, weil genug Marktteilnehmer sie beobachten, sodass sie sich bis zu einem gewissen Grad selbst erfüllen, eine Dynamik, die in der Literatur zum Trend Following dokumentiert ist.

Filter, kein Signal — und die Kosten der Verzögerung

Die primäre Verwendung eines gleitenden Durchschnitts ist die eines Filters: liegt der Kurs über oder unter der Linie, steigt oder fällt die Linie selbst. So gelesen definiert er den vorherrschenden Trend, statt einen Einstiegszeitpunkt zu bestimmen. Jeder gleitende Durchschnitt ist per Definition eine nachlaufende Konstruktion — er kann nur aus vergangenen Schlusskursen berechnet werden — sodass jedes Signal, das direkt aus dem Kreuzen eines MA mit dem Kurs oder aus dem Kreuzen zweier MAs entsteht, erst eintrifft, nachdem die Bewegung bereits begonnen hat. Diese Verzögerung ist die strukturelle Kostenseite der Glättung, die das Werkzeug überhaupt erst nützlich macht, und sie erklärt, warum MA-basierte Regeln in seitwärts laufenden Märkten häufig Fehlsignale (Whipsaws) erzeugen.