Glossarbegriff

Advance-Decline Line

Eine kumulative laufende Summe aus steigenden minus fallenden Werten eines Index oder einer Börse, Tag für Tag fortgeschrieben. Die Divergenz zwischen der A/D-Linie und einem kapitalgewichteten Index zeigt, ob eine Rally breit getragen wird oder von einer schmalen Gruppe schwergewichtiger Namen abhängt.

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Was die Linie misst

Die Advance-Decline-Linie (A/D-Linie) ist eine kumulative laufende Summe: In jeder Sitzung wird die Zahl der fallenden Werte einer Börse oder eines Index von der Zahl der steigenden Werte abgezogen, und der Nettowert des Tages wird zur bisherigen laufenden Summe addiert. Sie ist die wörtlichste Umsetzung der Markt-Breadth — des übergeordneten Konzepts, das in Closelooks Breadth-Eintrag vollständig behandelt wird — eingegrenzt auf eine bestimmte Konstruktion. Da sie sich Tag für Tag aufsummiert statt zurückzusetzen, hat die A/D-Linie eine eigene Form und Steigung, losgelöst vom Kurschart eines einzelnen Index, und lässt sich direkt mit diesem Index vergleichen, um zu sehen, ob die Beteiligung mit dem Kurs Schritt hält oder zurückbleibt. Die Konstruktion ist bewusst einfach gehalten — sie zählt Werte, nicht gewichtete Marktkapitalisierung — und genau das macht sie zu einem nützlichen Gegengewicht zu einem kapitalgewichteten Index: Eine Handvoll Mega-Caps kann den Index stark bewegen, während die A/D-Linie kaum reagiert, weil jeder der Tausenden kleineren Werte darunter gleich stark in die Zählung eingeht.

Divergenz: Wenn Linie und Index sich widersprechen

Entscheidend ist die Divergenz. Wenn ein kapitalgewichteter Index neue Höchststände markiert, während die A/D-Linie dies nicht bestätigt — ihr eigenes Hoch liegt unter einem vorherigen Höchststand — wird der Anstieg von einer immer kleineren Gruppe schwergewichtiger Namen getragen und nicht von breiter Beteiligung. Das umgekehrte Muster, eine A/D-Linie, die neue Höchststände erreicht, während der Index hinterherhinkt, beschreibt eine breit angelegte Stärke, die die Schlagzeilenzahl unterschätzt. Keines dieser Muster ist für sich genommen ein Timing-Signal; Breadth-Kennzahlen, einschließlich der A/D-Linie, bewegen sich langsam und werden als Bestätigung oder Warnung gelesen, nicht als Auslöser. Eine negative Divergenz kann monatelang bestehen, bevor ein Index dreht, weshalb sie als strukturelle Einschätzung der Marktführerschaft behandelt wird und nicht als Countdown zu einem Hoch.

Im Werkzeugkasten der Marktstruktur

Closelooks Werkzeugkasten für Marktstruktur verfolgt die A/D-Linie zusammen mit den anderen Kennzahlen der Breadth-Familie, sodass ein Leser auf einen Blick erkennen kann, ob der aktuelle Markt von breiter Beteiligung oder schmaler Führung geprägt ist. Die Linie wird neben dem zugrunde liegenden Index dargestellt und nicht als isoliertes Chart, da ihr gesamter Aussagewert aus diesem Vergleich stammt. Wie bei allen strukturellen Einschätzungen auf Closelook beschreibt eine A/D-Divergenz einen Zustand des Marktes — wo Beteiligung konzentriert oder gestreut ist — und keine Prognose dessen, was als Nächstes geschieht; die Entscheidung, was mit dieser Information zu tun ist, bleibt dem Leser überlassen. Sie ist ein Eintrag in einem breiteren Panel: Der Werkzeugkasten stellt die A/D-Einschätzung neben Regime- und Volatilitätskennzahlen, damit eine sich verengende Rally gegen das gesamte strukturelle Bild abgewogen werden kann und nicht allein anhand der Breadth beurteilt wird.