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Agentic AI: Wer isst wessen Mittagessen — eine konkrete Gewinner/Verlierer-Karte

Agentic AI — autonome Software-Agenten, die mehrstufige Aufgaben ohne menschliche Aufsicht ausführen — ist der disruptivste Technologiewandel seit Mobile. Doch anders als Mobile (das neue Märkte schuf), zerstört Agentic AI vor allem bestehende Softwaremärkte, indem es genau jene Workflows ersetzt, für die SaaS-Unternehmen bezahlt werden. Closelook kartiert diese Disruption mit dem ABR Framework, das Unternehmen in Natural Position (Infrastrukturanbieter, die profitieren), Cannibalize or Die (etablierte Anbieter, die sich neu ausrichten müssen) und Terminal (Unternehmen, deren Kernwert von Agenten ersetzt wird) einteilt. Das Ergebnis ist eine konkrete, investierbare Gewinner/Verlierer-Karte.

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Gewinner: Infrastruktur für Agenten

Agenten benötigen Infrastruktur, um zu funktionieren: Rechenleistung für Inferenz, Speicher für Kontext, Datenplattformen für den Wissensabruf und Netzwerke für die Koordination zwischen Agenten. Die Unternehmen, die diese Infrastruktur bereitstellen, befinden sich in Natural Position — sie profitieren unabhängig davon, welche Agenten oder Anwendungsfälle sich durchsetzen.

  • Cloud-Compute: AWS, Azure, GCP — Agenten laufen auf ihrer Infrastruktur
  • Datenplattformen: Snowflake, Databricks — Agenten benötigen Daten, um handeln zu können
  • Observability: Datadog, Elastic — Überwachung des Agentenverhaltens im großen Maßstab
  • Halbleiter: Die gesamte 6-Layer Supply Chain profitiert von steigender Inferenznachfrage

Verlierer: Ersatz von Workflows

Unternehmen, deren Kernprodukt die Automatisierung eines menschlichen Workflows ist, sehen sich existenzieller Konkurrenz durch Agenten ausgesetzt, die denselben Workflow ohne die Softwareschicht automatisieren. Die SaaSpocalypse kartiert dies im Detail. Wesentliche gefährdete Kategorien:

  • Tier-1-Kundensupport: Zendesk, Intercom — Agenten bearbeiten Routine-Tickets besser und günstiger
  • Basis-CRM: Low-End-Anwendungsfälle von Salesforce — Agenten verwalten Kontakte und Follow-ups nativ
  • Projektmanagement: Monday.com, Asana — Agenten koordinieren Aufgaben ohne Dashboard
  • Spesenmanagement: Concur, Expensify — Agenten verarbeiten Belege und Freigaben automatisch

Die unsichere Mitte

Cannibalize or Die-Unternehmen verfügen über die Mittel für einen Kurswechsel, müssen dafür aber ihr eigenes Umsatzmodell zerstören. Microsoft ist das klarste Beispiel: Copilot kannibalisiert die Pro-Sitzplatz-Umsätze von Office, positioniert Microsoft aber als Agentenplattform. Salesforce steht mit Agentforce vor derselben Dynamik. Die Investmentthese zu diesen Unternehmen ist reine Ausführung: Bewegen sie sich schnell genug?

Update — August 2026: Claudeforce machte die unsichere Mitte konkret. Salesforce überließ Claude die Schnittstelle (Standard-Reasoning-Modell in Agentforce; ein Plugin mit 37 Vertriebsfähigkeiten über der Headless-360-MCP-Schicht) und behielt Daten, Workflow und Governance. Der Schachzug definiert eine Vorlage für etablierte Anbieter: Partnerschaft für das Reasoning, Monetarisierung über Verbrauch — Agentforce ARR $1.5 billion, up 240% — statt den Sitzplatz zu verteidigen. Das Gegenmodell ist Microsofts vertikale Integration; welches sich durchsetzt, ist die offene Frage. Kontext im Eintrag SaaSpocalypse.

Wichtige Unternehmen

SNOW
Snowflake
Natural Position — Dateninfrastruktur für Agenten
DDOG
Datadog
Natural Position — Agenten-Observability
CRM
Salesforce
Cannibalize or Die — Agentforce-Kurswechsel
ZEN
Zendesk
Terminal — Agenten ersetzen Tier-1-Support
MNDY
Monday.com
Gefährdet — Agenten koordinieren ohne Dashboards